Ein Blick ins reiche Japan, wo man nur mit festem Job als vollwertiger Mensch zählt. Zeitverträge sind meist unterbezahlt, in Tokio gibt es manchen jungen Mann mit 40Stunden-Woche, der sich dennoch zur Übernachtung nur eine leidlich bequeme Kabine in einem Internet-Kaffee leisten kann. Braucht auch nicht mehr Platz, weil alles was er besitzt, in einer Plastiktüte Platz hat, mehr kann er ohne Wohnung ja auch nicht mit sich rumtragen. Rund 10% der jungen Leute zwischen 20 und 30 sind inzwischen betroffen: erst unterbezahlter Zeitvertrag, schon jetzt gesellschaftlicher Paria, mit vorgezeichnetem weiteren Abstieg in die Arbeits- und Obdachlosigkeit. Das perfide: die meisten meinen, dass die Looser selber und alleine Schuld seien. Dabei sind Arbeit und Ressourcen begrenzt, bei der jetzigen Verteilung, ist nicht genug für alle da, folglich muss es die Loserschicht geben.
Wo viel Geld ist, kommt rasch noch mehr hinzu, in Japan, in China, in den USA und bei uns in Deutschland . Die Reichen werden immer reicher, die Armen zunächst nicht unbedingt immer ärmer, aber die Schere geht auseinander. Wen es am härtesten trifft, das ist der Mittelstand, der immer größerem Druck ausgesetzt ist, bei sinkender Entlohnung, also deutlich bis scherzhaft spürbar sozial absteigt. Am Ende lohnt sich Leistung nicht mehr wirklich und der Mittelstand bricht weg, oder wird vom Kartell der Feudalen auf gerade noch erträglicher Sparflamme gehalten. Mit dem Verweis auf Globalisierung ist das möglich. Ist das nun schlimm oder eben Schicksal? Es ist ganz einfach ungerecht! Die Basis für eine gerechte Gesellschaft sind die beiden Säulen: 1. „Annähernd gleiche Chancen am Start“ und „2. Leistung muss sich lohnen“.
Zu den Startchancen: Absolut gleich, gibt es nicht, wer das glaubt ignoriert die Genetik. Zudem ist es völlig in Ordnung, wenn Eltern ihre Kinder nach ihren Möglichkeiten unterstützen. Ungerecht ist das geplante Schulsystem mit dem neuen schönen Namen Gemeinschaftsschule. Intelligente Kinder werden darin noch stärker ausgebremst als im dreigliedrigen Schulsystem, bis zum sechsten oder gar zehnten Schuljahr, bis halt alles zu spät ist – wenn sie aus weniger finanzstarken Verhältnissen stammen. Die anderen sind längst auf Privatschulen, wie in England oder Japan: teurer Kindergarten, teure Schule, wertvolle Seilschaften. Folge: Gemeinschaftsschulen vereiteln den sozialen Aufstieg intelligenter Kinder aus einfachen Verhältnissen.
Zu „Leistung muss sich lohnen“: Wenn leistungswillige und leistungsfähige Arbeitnehmer keinen Job mehr oder nicht mehr genügend Lohn erhalten, um daraus ihren Lebensunterhalt und den ihrer Familie zu bestreiten, dann ist das Gesellschaftssystem ungerecht. Im alten Rom hatten wir ein Feudalsystem mit Brot und Spiele, im Mittelalter ein Feudalsystem, dass auf massiver Ausbeutung und gewaltsamer Unterdrückung der Bauern beruhte. Die industrielle Revolution brachte den Aufstieg des Bürgertums, war aber von kapitalistischen Auswüchsen begleitet, und weite Teile der Arbeiterschaft verelendeten. mancherorts gabs dann Sozialismus und Kommunismus - in der Ausführung letztlich eine neue Form der Feudalherrschaft an der Spitze und Rückgang der Leistungsbereitschaft unten. Ohne Eigeninitiative läuft nunmal nichts (siehe "Leistung muss sich lohnen"). Wohin entwickelt sich die Gesellschaft gerade jetzt?