Schul-Amok: Woher der Hass?
28.11.2009: Jahrelang hatten Psychologen, Juristen und vor allem die Medien gehofft, dass man einen Schul-Amokläufer mal lebend zu fassen bekommt. Angeblich wollte man verstehen, wieso es dazu kommen konnte....
Angeblich wollte man verstehen, wieso es dazu kommen konnte. In der Presse werden alle Details beschrieben, mit welcher Bewaffnung (Samurai-Schwert und Molotow-Cocktails) und mit welchem Plan Tanja O. in ihre Schule ging, um mindestens 50 Menschen zu töten. Was fehlt in den Pressemeldungen? Richtig! Das Wichtigste! Aus das all die Jahre gewartet wurde, nämlich das Motiv. Dazu steht nur lapidar wegen „schulischer und familiärer Schwierigkeiten“. Na, die familiären Schwierigkeiten werden nicht so gravierend gewesen sein, sonst hätte der Anschlag zunächst der Familie gegolten. Das Hauptproblem der hervorragenden Einser-Schülerin lag in der Schule. Irgendwo stand noch, dass sogar hartgesottene Kriminalpolizisten konsterniert waren, über Tanja’s Schilderungen. Aber Inhalt? Nullinger! Warum wohl?
Mit Sicherheit hat man Angst davor, dass sich viele Schüler mit Tanja solidarisieren könnten, wenn ihre Geschichte publik gemacht würde, zumindest ein Stück weit nachvollziehen können, wie ihr grenzenloser Hass auf das schulische Umfeld zu Stande kam.
Ein Internetkommentar brachte es auf den Punkt:
„Man kann die Täterin verurteilen, die Missstände an den Schulen bleiben. ….. Man muss schon sehr blind sein um die Fehlentwicklungen in Deutschland zu ignorieren. Disziplinlosigkeit ist das System, Disziplin gilt als schwarze Pädagogik. Daraus resultiert dann die real praktizierte Anarchie, Mobbing und Gewalt gegen die ausgegrenzten und schwächsten Schüler, das beamtete Lehrpersonal schaut weg. ……. Deutschland ist konzeptlos in der Schulpolitik und unfähig zu Verbesserungen, die Ausgrenzung von in irgend einer Weise schwachen (nicht notenmässig schwachen) Schülern geht weiter, mit den Folgen ist weiter zu rechnen, ob dies ein Gewaltausbruch oder schwere psychische Schäden sind, hängt eher von der individuellen Situation der gemobbten Schüler/innen ab.“
28.11.2009 / Ansgar v. Troton
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